Wenn der Burn-out-Druck zu groß wird
Es gab eine Zeit, da wurde das Burn-out-Syndrom als Phantomkrankheit stigmatisiert oder galt als Modeerscheinung unter den Stars. So manch ein Angestellter, der darunter litt, musste sich bei der Arbeit anhören, dass er dies nur als Ausrede benutze. An professioneller Hilfe mangelte es ebenso wie an dem nötigen Verständnis. Das hat sich mit den Jahren geändert. Immer mehr Menschen aus allen Lebenslagen leiden inzwischen an diesem Krankheitsbild. War man früher auf zweifelhaft hilfreiche Vorschläge von Verwandten und Bekannten angewiesen, so kann man heute von Fachpersonal beraten werden, sich Selbsthilfegruppen anschließen oder Therapien unterziehen. Schon kleinere Maßnahmen im Alltag helfen oft. Eine Möglichkeit ist, sein Wohnumfeld so einzurichten, dass es entspannend wirkt. Man kann beispielsweise Wandtattoos billig kaufen und damit beruhigende Motive an die Wände zaubern, ohne gleich auf teure Kunstobjekte zurückgreifen zu müssen.
Man verfällt bei zu viel Druck in einen Zustand von emotionaler Niedergeschlagenheit und kann noch weniger Leistung bringen, was wiederum zu noch mehr Druck und noch mehr Versagensangst führt. Aus diesem Teufelskreis kommt man nicht leicht wieder heraus, weswegen es wichtig ist, die frühen Symptome rechtzeitig zu erkennen und dagegenzuwirken. Unternimmt man hingegen nichts gegen die eigene Reaktion auf inneren und äußeren Druck, so kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Die Konsequenz von Burn-out sind oft Frustration, Desillusionierung, Angst, Apathie und sogar psychosomatische Störungen bis hin zu Selbstmordgedanken. Aggressivität oder Depressivität sind ein Resultat von zu viel Stress und führen dazu, dass man noch weniger Unterstützung und Anerkennung von seinem Umfeld erhält und sich immer weiter abgrenzt. Eine erhöhte Suchtgefährdung ist ebenfalls eine Begleiterscheinung von zu viel Druck.
Wenn der Burn-out-Druck zu groß wird, dann sollte man professionelle Hilfe aufsuchen. Eine Standard-Therapiemöglichkeit gibt es nicht, da jedem Burn-out-Syndrom andere Ursachen zugrunde liegen können und jeder Mensch anders damit umgeht und von anderen Leiden betroffen ist. Eine starke Patient-Arzt-Beziehung kann helfen, ebenso wie das Hinzuziehen eines Therapeuten. Asiatische Entspannungstherapien, Meditation, kreatives Ausdrücken der Emotionen oder auch regelmäßige sportliche Betätigung können Abhilfe schaffen, aber auch medikamentöse Behandlungen können je nach Begleiterscheinungen notwendig sein. Selbsthilfegruppen bieten soziale Motivation und den Austausch mit Gleichgesinnten.